Konzept

Aufgrund der komplexen und zeitintensiven Prozesse, die mit der Entwicklung traditioneller Leitlinien hoher Qualität verbunden sind, haben die Träger der DGS PraxisLeitlinien Schmerztherapie eine modifizierte Empfehlungsentwicklung beschlossen, die sowohl den Bedürfnissen nach hoher Qualität als auch Aktualität und Detailgenauigkeit Rechnung trägt.

Diesen Überlegungen Tribut zollend werden die DGS PraxisLeitlinien Schmerztherapie für die Entwicklung von Empfehlungen auf/für den/die verschiedene/n, im schmerztherapeutischen Versorgungsalltag relevanten Ebenen stehen:

  • Ebene 1: Empfehlungen bzgl. einzelner Wirkstoffe und Fertigarzneimittel für bestimmte Indikationsgebiete bzw. Behandlungssituationen
  • Ebene 2: Empfehlungen bzgl. nichtmedikamentöser Verfahren für bestimmte Indikationsgebiete bzw. Behandlungssituationen
  • Ebene 3: Empfehlungen bzgl. interventioneller bzw. operativer Verfahren und Prozeduren für bestimmte Indikationsgebiete bzw. Behandlungssituationen
  • Ebene 4: Komplexempfehlungen für bestimmte Indikationsgebiete bzw. Behandlungs-situationen unter Berücksichtigung der Empfehlungen der Ebenen 1-3


Durch die modulare Struktur der Entwicklungsumgebung der DGS PraxisLeitlinien Schmerztherapie ist nicht nur eine zeitnahe Erstellung detaillierter Empfehlungen unter Berücksichtigung aller schmerztherapeutisch relevanten Fragestellungen und Verfahren möglich, sondern auch die Adressierung spezifischer Aspekte der praktischen Versorgung von Schmerzpatienten jeglichen Chronifizierungsstadiums in Praxis und Klinik. Unter Berücksichtigung der vorliegenden methodischen Grundlagen können die Empfehlungen der Ebenen 1-3 - unabhängig von komplexen Versorgungsfragestellungen - durch verschiedene Arbeitsgruppen (parallel oder sequenziell) entwickelt werden und anschließend bzgl. verschiedener Indikationsgebiete bzw. Behandlungsindikationen zu Konzeptempfehlungen und entsprechenden zugehörigen Behandlungsalgorithmen zusammengefasst werden.

Gleichzeitig ist durch die Zusammenarbeit mehrerer unabhängiger Projektgruppen bzgl. der Entwicklung detaillierter Empfehlungen der Ebenen 1-3 und die damit verbundene Beteiligung unterschiedlichster Experten nicht nur ein Höchstmaß an „evidence“ und „experience“ gegeben, sondern wird auch ein so bislang aus Sicht der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie (DGS) e.V. und der Deutschen Schmerzliga (DSL) e.V. nicht vorhandener Grad an Transparenz erzielt, der Anwendern erlaubt die Empfehlungen auch hinsichtlich der Teilhabe und Beiträge einzelner Experten zu bewerten.


Die Systematik der zusammenfassenden Empfehlungsbewertung erfolgt mit dem Ziel diesen Effizienz-relevanten Teil der Leitlinienempfehlungen für den Anwender …

  • transparent, d.h. durch Vergleich mit den detaillierter Graduierungen der verschiedenen anwendungsrelevanten Teilkomponenten reproduzierbar,
  • klar und eindeutig,
  • handlungsorientiert und
  • leicht verständlich umzusetzen …
  • sowie eindeutig zu formulieren.