DGS-Praxisleitlinie

Substitutionsbehandlung bei Opioidfehlgebrauch in der Schmerztherapie

(POM, Prescription Opioid Misuse)

Diese Leitlinie befindet sich in der Kommentierungsphase


Autoren: Oliver M.D. Emrich, Johannes Horlemann, Michael Überall, Sylvia Maurer, Klaus H. Längler, Gerhard.H.H. Müller Schwefe

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Die PLL Substitutionsbehandlung bei Opioidfehlgebrauch in der Schmerztherapie ist eine von der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS e.V.) entwickelte Leitlinie, die den aktuellen Wissenstand über das Syndrom Abhängigkeitsentwicklung bei Therapie mit Opioiden in der Schmerztherapie spiegelt und in Handlungsempfehlungen mündet, die den erwartbar besten Umgang mit den Patienten und den Beschwerden, die man diesem Problem zuschreibt, vermitteln soll. Deshalb ist diese Leitlinie keine puristische Akkumulation von Studienergebnissen, sondern nach Sackett die gemeinsame Rationale von Expertenerfahrungen, Patientenerwartungen und Ergebnissen von Studien, deren Resultante nützliche Hinweise zu Diagnostik von Abhängigkeitserkrankungen von Opioiden und der Substitutionstherapie gemäß BtmG (Betäubungsmittelgesetz) und der BtmVV (Betäubungsmittelverschreibungsverordnung) geben soll.

Eine Leitlinie zu diesem speziellen Problembereich gibt es bislang nicht. Bisherige Leitlinien beziehen sich auf Diagnostik und Therapie von Polytoxikomanien, liefern aber wertvolle Hinweise auch für den Umgang mit der Substitutionsbehandlung von abhängig gewordenen Schmerzpatienten. Die Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin (DGS e.V.) hat 2013 in 2 Konsensuskonferenzen hierzu eine Leitlinie Therapie der Opiatabhängigkeit vorgelegt. In diesem Zusammenhang sei weiter auch verwiesen auf Richtlinien der Bundesärztekammer zur Durchführung der substitutionsgestützten Behandlung Opiatabhängiger aus 2010, den Leitfaden für Ärzte zur substitutionsgestützten Behandlung Opiatabhängiger der Bayerische Akademie für Sucht- und Gesundheitsfragen ebenfalls 2010 veröffentlicht. Die derzeit gültigen Richtlinien wurden im Deutschen Ärzteblatt ebenfalls 2010 veröffentlicht.

Problemstellung:

Bis etwa 3% der Patienten mit einer Langzeitverordnung von Opioiden zur Schmerztherapie entwickeln einen „ungünstigen“ Verlauf, „Fehlgebrauch“, Abhängigkeit und Suchtverhalten. Wirklich belastbare Daten gibt es aber nicht. Die Anzahl von Patienten mit diesbezüglichen Problemen im Zuge einer Schmerzbehandlung mit Opioiden dürfte aber bei Patienten mit vorbestehenden Opioidproblemen oder anderen Abhängigkeitserkrankungen eher höher liegen.

Methode

Das Expertenpanel unter dem Dach der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin bewertete bislang vorhandenes Wissen über Substitutionsbehandlung bei Opioidfehlgebrauch in der Schmerztherapie stets im Hinblick auf die praktische Patientenversorgung bezüglich sinnvoller Diagnostik und Therapie. Zu jeder Aussage über die Charakteristika des Syndroms, den empfohlenen Diagoseschritten und den Therapiemepfehlungen wurde das Expertengremium und die Patientenorganisation DSL zu Bewertungen aufgefordert. Die relevanten Literaturbezüge sind numerisch in Klammern aufgeführt.